„Il Tempo“ bezeichnete sie einmal als
„eines der weltbesten Ensembles seines Genres“. Dies stellen sie auch als Gäste
des Oleg Kagan Musikfestes regelmäßig unter Beweis und begeistern ihr Publikum
immer wieder mit spannenden Programmen: die Moskauer Solisten unter der Leitung
des Bratschisten Yuri Bashmet.
Das Repertoire der Moskauer Solisten
zeichnet sich durch seine thematische Vielfalt in einem breitgefächerten
musikhistorischen Rahmen aus. Es umfasst Meisterstücke des Barock und der
Klassik ebenso wie zeitgenössische Kompositionen und Werke unbekannter, weil
bisher selten aufgeführter Komponisten. Diese ungewöhnliche Vielfalt
präsentieren die Moskauer Solisten auch in ihrem Programm für das diesjährige
Oleg Kagan Musikfest, bei dem die Spannbreite von Kompositionen Johann
Sebastian Bachs, Wolfgang Amadeus Mozarts bis hin zu den russischen Meistern
Alexander Glasunow und Georgy Sviridov – mit einer deutschen Erstaufführung
seiner Kammersinfonie – reicht.
Der italienische Saxophonist Federico
Mondelci ist Gast der Moskauer Solisten und führt mit dem Orchester Alexander
Glasunows Konzert Es-dur op. 109 für Saxophon und Streichorchester auf. Seine
besondere Vorliebe für die Werke des 20. Jahrhunderts konnte Federico Mondelci
bereits mit seiner CD-Aufnahme „Kya“ von Giacinto Scelsi, die mit dem Diapason
d’Or ausgezeichnet wurde, eindrucksvoll unter Beweis stellen. Das
Saxophonkonzert von Alexander Glasunow aus dem Jahr 1934 war der letzte
künstlerische Triumph im Leben des Komponisten.
Ein Höhepunkt des Konzertabends der
Moskauer Solisten ist die deutsche Erstaufführung einer bereits 1940 entstandenen
Kammersinfonie op. 16 des russischen Komponisten Georgy Sviridov (1915-1998):
Sviridov war am Leningrader Konservatorium Student bei Dmitri Schostakowitsch,
der nach der Uraufführung am 29.12.1940 befand: „Sviridov ist unsere Hoffnung
für die Zukunft der sowjetischen Musik.“ Durch die Kriegswirren geriet das
Stück in Vergessenheit und erst nach Sviridovs Tod 1998 übermittelte Sviridovs
Witwe dem Leiter der Moskauer Solisten, Yuri Bashmet, dass der letzte Traum des
Komponisten eine Aufführung der Sinfonie durch die Moskauer Solisten gewesen
sei. Am 28. Juni 2000 wurde das Werk im großen Konzertsaal der St. Petersburger
Philharmonie mit den Moskauer Solisten unter der Leitung von Yuri Bashmet
aufgeführt. Es ist bezeichnend für die Verbindung des Oleg Kagan Musikfestes
zur russischen Musik und zu russischen Künstlern, dass gerade hier die deutsche
Erstaufführung des Werkes stattfindet – über sechzig Jahre nach der
Uraufführung.
Umrahmt wird das russische Programm von
zwei Werken deutscher Meister:
Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento
D-dur KV 136 und dem Sechsten Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian
Bach.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Divertimento
D-dur KV 136 für Streicher
Alexander
Glasunow (1865-1936)
Konzert
Es-dur op. 109 für Saxophon und Streichorchester
Johann
Sebastian Bach (1685-1750)
Brandenburgisches
Konzert Nr. 6 B-dur BWV 1051
Georgy
Sviridov (1915-1998)
Kammersinfonie
op. 16 (1940)
- Deutsche
Erstaufführung -
Federico
Mondelci, Saxophon
Yuri Bashmet, Leitung
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