Pressemeldung

 

Arvo Pärt trifft Mittelalter und Renaissance

Das estnische Ensemble Hortus Musicus zu Gast in Kreuth

 

 

Das estnische Ensemble Hortus Musicus aus Tallinn in Estland unter der Leitung von Andres Mustonen ist am 10. Juli 2003 im Festsaal von Wildbad Kreuth beim Oleg Kagan Musikfest zu hören. Mit einem Programm, das im ersten Teil mittelalterliche Musik mit Werken des estnischen Komponisten Arvo Pärt konfrontiert. Der zweite Teil gilt Chansons und Tanzmusik der Renaissance. Zu hören sind diese Werke mit Männerstimmen und auf Nachbauten historischer Instrumente: Pommer, Dulzian, Schalmei, Gambe oder Truhenorgel.

 

Arvo Pärt – in den 1980er Jahren zum Kultkomponisten avanciert – lässt sich von niemandem vereinnahmen und trifft doch den Nerv unserer Zeit, in der sich die Menschen nach Einfachheit, Stille und Schönheit sehnen. Seine meditative Musik schreibt er seit Mitte der 1970er Jahre in seinem asketischen „Tintinnabuli-Stil“, bei dem ein von Glocken abgeleiteter Dreiklang die Basis für einfachste Melodieverläufe ist. Diesen ganz eigenen Stil entwickelte Pärt aus einem intensiven Studium der mittelalterlichen Musiktradition. Die Kombination seiner Werke mit Musik aus dem 13. und 14. Jahrhundert ist daher besonders reizvoll: Französische Ballade, Pastourelle, italienische Tänze und Lieder aus der mittelalterlichen Sammlung „Carmina burana“ im „Original“ der historischen Aufführungspraxis begegnen Kompositionen Pärts, die ohne seine intensive Auseinandersetzung mit der Jahrhunderte alten Tradition nicht entstanden wären.

 

Fratres“, d.h. Brüder, nennt Pärt eine seiner Kompositionen aus den siebziger Jahren. Dieser Titel steht als Leitgedanke für das gesamte Konzert, denn das Werk Arvo Pärts ist eng mit der Freundschaft zu dem Dirigenten Andres Mustonen und seinem Hortus Musicus verknüpft. Dieses Ensemble realisierte in Estland noch zu einer Zeit die Uraufführungen der wichtigsten Werke Pärts, als der lange Arm der russischen Kulturideologie Konzerte mit Werken der Avantgarde stark behinderte. „Arbos“ und „An den Wassern zu Babel“, die in Kreuth außerdem auf dem Programm stehen, sind dem Freund Andres Mustonen gewidmet.

 

Die Chansons und Tanzweisen, die Hortus Musicus im zweiten Teil singt und spielt, stammen aus ganz Europa: Die Pariser Chansons von Pierre Certon und anderen in ihrer kunstvollen Mehrstimmigkeit erlebten im 16. Jahrhundert durch die Drucke von Pierre Attaingnant ihre große Blüte. Tänze von Claude Gervais und Tilman Susato, aber auch die englische Masque „Gray’s Inn“ vom englischen Hofe, vertreten die vielfältigen Unterhaltungsformen der kunstsinnigen europäischen Renaissance.

 

 

Karten und Informationen:

Musikfest Kreuth e.V.

Geschäftsstelle Kurverwaltung Kreuth

Fon +49 (0) 8029/1820

Fax +49 (0) 8029/1828

musikfest@kreuth.de

www.oleg-kagan-musikfest.de