
Das Oleg Kagan Musikfest trauert um den Cellisten Boris Pergamenschikow, der im April diesen Jahres in Berlin nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist. Im Gedenken an diesen großen Cellisten findet im Rahmen des diesjährigen Oleg Kagan Musikfestes am Dienstag, den 6. Juli 2004, ein Konzertabend mit Werken für Cello solo und mit Klavierbegleitung statt.
Obwohl Boris Pergamenschikow um seine schwere Krankheit wusste, war es sein unbedingter Wunsch, in diesem Jahr mit seinen langjährigen Kammermusikpartnern einen Celloabend beim Oleg Kagan Musikfest zu gestalten. Nun spielen seine Meisterschüler Julian Steckel, Danjulo Ishizaka und Alexander Rudin für ihn und natürlich die künstlerische Leiterin des Festivals, die Cellistin Natalia Gutman, die Boris Pergamenschikow freundschaftlich verbunden war. In den Duo-Programmteilen begleiten Pianistinnen, die Boris Pergamenschikows Klavierpartnerinnen waren: Irina Kandinskaia und Katia Tchemberdji.
Der Cellist Julian Steckel, der Student bei Boris Pergamenschikow in Berlin war, hat nicht nur internationale Wettbewerbe gewonnen, darunter den Deutschen Musikwettbewerb in Berlin, sondern kann bereits auf solistische Konzertauftritte mit so namhaften Orchestern wie Gidon Kremers Kremerata Baltica und den Radiosinfonieorchestern von Saarbrücken, Warschau und Berlin verweisen. Julian Steckel eröffnet den Konzertabend mit der Sonate für Cello solo von Zóltan Kodály aus dem Jahr 1915. Sie ist ein äußerst konzentriertes, lyrisches Werk, dessen Ausdruck von wild aufbegehrenden Klangballungen bis zu resignativer Verzweiflung reicht, die in tänzerische Folklore mündet.
Gemeinsam mit der Komponistin und Pianistin Katia Tchemberdji ist der Cellist Danjulo Ishizaka zu hören. Ishizaka war seit 1998 Student in der Celloklasse Boris Pergamenschikows. Er hat nicht nur internationale Wettbewerbe gewonnen, darunter den ARD-Wettbewerb in München 2001, sondern kann als besonderen Beweis seines Ausnahmetalents für sich verbuchen, dass das Label Sony jüngst mit ihm einen Exklusivvertrag abgeschlossen hat. Danjulo Ishizaka ist zunächst mit „Drei Bogentänzen“ für Violoncello und Klavier zu hören. Katia Tchemberdji, die am Klavier begleitet, hat sie im vergangenen Jahr für Boris Pergamenschikow geschrieben und gemeinsam mit ihm beim Heidelberger Frühling 2003 uraufgeführt. Es folgt Schostakowitschs Sonate für Violoncello und Klavier von 1934. Sie ist ein Spiegel der inneren Zerrissenheit des Komponisten zwischen persönlicher Entfaltung und dem Anpassungsdruck an das Stalin-Regime. Die Sonate Schostakowitschs hat sich in den siebziger Jahren ihren festen Platz in den westlichen Konzertsälen erobert.
Alexander Rudin, der mit Johann Sebastian Bachs Fünfter Suite aus den avancierten Cellosuiten zu hören ist, gehört zu dem Kreis der Meisterschüler Pergamenschikows, die heute selbst in den großen Konzertsälen der Welt spielen. Rudin lehrt zudem als Gastprofessor am Moskauer Konservatorium und ist selbst künstlerischer Leiter eines Kammermusikfestes in Moskau und Vladimir.
Alfred Schnittkes Cellosonate Nr. 1 entstand 1978 für Natalia Gutman. „Unmögliches hat in der Kunst Gelingchancen, das Sichere ist immer trügerisch und aussichtslos“, so kommentierte Alfred Schnittke selbst seinen Ansatz, extremste musikalische Gegensätze in einen Zusammenhang zu bringen. Die Spannung, die daraus entsteht, trägt auch die Cellosonate Nr. 1. Die Widmungsträgerin Natalia Gutman interpretiert diese Sonate selbst, begleitet von Irina Kandinskaia, die als Klavierpartnerin Boris Pergamenschikows Erfolg beim Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb begleitete.
Der Cello-Abend findet im Festsaal von Wildbad Kreuth statt und beginnt um 19.30 Uhr. Für weitere Informationen über Konzerttermine, Programm und Mitwirkende des Oleg Kagan Musikfestes können Sie ein Programmfaltblatt bei der Kurverwaltung Kreuth erhalten. Programmhinweise und aktuelle Informationen bietet Ihnen unsere Website www.oleg-kagan-musikfest.de.
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