
Am
Eröffnungswochenende des Oleg Kagan Musikfestes steht am Sonntag, den 4. Juli
2004, Kammermusik von Johannes Brahms auf dem Programm. Im ersten Teil des
Konzertes spielen die Cellistin Natalia Gutman und die Pianistin Elisso
Wirssaladze Brahms‘ Cellosonate op. 99. Die zweite Konzerthälfte gehört dann
ganz dem grandiosen Klavierquintett op. 34, zu dem in ebenso hochkarätiger
Besetzung die Geiger Kolja Blacher und Pavel Vernikov sowie der Bratschist
Daniel Raiskin ergänzen.
Rund
zwanzig Jahre liegen zwischen der Entstehung der Cellosonate op. 99 – dem Spätwerk
zugehörig – und dem Klavierquintett op. 34, das als Höhepunkt im
kammermusikalischen Frühschaffen von Johannes Brahms gilt. Die Cellosonate wird
immer wieder als eines der vollendetsten Werke für Violoncello und Klavier
eingeschätzt, aber auch als eine der schwierigsten Kompositionen dieser
Gattung. „Wie mächtig und komprimiert ist dieses Stück, und wie flutet es
dahin“, so bewertete die Brahms-Freundin Elisabeth von Herzogenberg zu ihrer
Zeit die Ausdruckskraft dieser Sonate. Natalia Gutman und Elisso Wirssaladze eröffnen
mit diesem Werk den Konzertabend lassen wieder einmal die Zuhörer aufhorchen,
wenn sie ihr in Jahrzehnten gewachsenes und gereiftes Zusammenspiel präsentieren.
– Nicht nur im Konzertsaal von Wildbad Kreuth fesselt das Duo immer wieder
durch die traumwandlerische Sicherheit, mit der sich die beiden Musikerinnen
begegnen.
Zu
den beliebtesten Kammermusikwerken von Johannes Brahms gehört das
Klavierquintett op. 34, das vielleicht zugleich sein romantischstes Oeuvre ist.
Bei kaum einem Werk hat Brahms so unglaublich lange die musikalische Form
entwickelt, wieder verworfen und an ihr gefeilt. Das Quintett in der endgültigen
Besetzung für Klavier und Streichquartett seiner heutigen Form entstand erst
nach einer Fassung als Streichquintett und einer Sonate für zwei Klaviere.
„Ein Schmerzenskind seines Geistes“ nannte der Brahms-Biograph Max Kalbeck
das Quintett denn auch. Eine ungeheure Fülle musikalischer Gedanken
verarbeitete Brahms und schuf ein Werk von fast symphonischem Ausmaß. Treffend
fand beispielweise der Rezensent in einer Ausgabe der Allgemeinen Musikalischen
Zeitung von 1866 in dem Werk „Gedanken voll des verschiedenartigsten
Ausdrucks, jeder Stimmung entsprechend und in passenden Kontrasten einander
gegenübergestellt“.
Der
Brahms-Abend findet im Festsaal von Wildbad Kreuth statt und beginnt um 19.30
Uhr. Für weitere Informationen über Konzerttermine, Programm und Mitwirkende
des Oleg Kagan Musikfestes können Sie ein Programmfaltblatt bei der
Kurverwaltung Kreuth erhalten. Programmhinweise und aktuelle Informationen
bietet Ihnen unsere Website www.oleg-kagan-musikfest.de.
Karten
und Informationen:
Musikfest
Kreuth e.V.
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