„Über allen Gipfeln ist ... Musik“

 

Das 15. Internationales Oleg Kagan Musikfest mit einem Jubiläums-Programm

 

 

Die malerische Schönheit dieses Ortes fasziniert immer wieder. Südlich des Tegernsees windet sich kurz hinter Kreuth eine kleine Waldstraße mitten in das Gebirge, um plötzlich ein überwältigendes Panorama freizugeben. Vor der Kulisse der Kreuther Bergwelt liegt auf einer weiten Lichtung der herzogliche Festsaal der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth. Hier findet seit 15 Jahren alljährlich im Sommer das Oleg Kagan Musikfest statt, bei dem – abseits des hektischen Kulturbetriebes – die Freude am Musizieren und der musikalische Dialog mit dem Publikum im Mittelpunkt steht.

 

In diesem Jahr – vom 1. bis zum 15. Juli 2004 – lädt die künstlerische Leiterin und Mitbegründerin des Festivals Natalia Gutman aus Anlass des 15-jährigen Jubiläums zu einem besonderen Festprogramm mit Kammermusik aus Klassik, Romantik und Moderne sowie zu einer Aufführung von Mozarts Requiem. Bewusst nimmt sie dabei auch Repertoirewerke der Festivalgeschichte wieder auf. Zum gemeinsamen Musizieren hat sie Künstler wie den Klarinettisten Eduard Brunner und die Pianistinnen Elisso Wirssaladze und Katia Tchemberdji, die Geigerin Ana Chumachenko oder den Oboisten Françoix Leleux gebeten – Musikerpersönlichkeiten, die dem Festival seit seinem Bestehen eng und freundschaftlich verbunden sind. Junge Künstler präsentieren sich – gemäß der Tradition und selbst gewählten Verpflichtung des Festivals – im intimen Rahmen des Kammermusikfestes dem Publikum.

 

Am Donnerstag, den 1. Juli 2004, eröffnen Eduard Brunner und Natalia Gutman gemeinsam mit einer illustren Kammermusikformation das 14-tägige Konzertprogramm mit Beethovens Septett op. 20 für Holzbläser und Streicher, dem das „Schwesterwerk“ Schuberts, sein Oktett D 803, zur Seite steht. Auch das zweite Konzert, am Samstag, dem 3. Juli 2004 beginnt mit einem Ausschnitt aus Beethovens Kammermusikrepertoire: seinem Quintett Es-dur op. 16 für Klavier und Bläser. Den Klavierpart übernimmt Elisso Wirssaladze, begleitet vom Holzbläserquartett um Eduard Brunner mit dem Oboisten Françoix Leleux, dem Hornisten Bruno Schneider und dem Fagottisten Jean-François Duquesnoy. Antonín Dvořaks unbeschwertes Klavierquintett mit seinen brillanten Klangeffekten und tänzerischen Anklängen an die slawische Folklore ist hier im zweiten Teil als Reminiszenz an seinen 100. Todestag zu hören: Elisso Wirssaladze spielt es mit einem hochkarätig besetzten Streichquartett u.a. mit dem Geiger Kolja Blacher, dem Bratschisten Daniel Raiskin und Natalia Gutman. In dieser Formation klingt das Eröffnungs-Wochenende mit einem Brahms-Abend am Sonntag, den 4. Juli 2004 aus.

 

Für das Konzert am Dienstag, den 6. Juli 2004 kann das Oleg Kagan Musikfest einen der profiliertesten Cellisten der Gegenwart begrüßen: Boris Pergamenschikow. Gemeinsam mit Eduard Brunner und der Pianistin Katia Tchemberdji interpretiert er das Klarinetten-Trio op. 3 des „Ur-Melodikers“ Alexander Zemlinsky. Außerdem stehen die „Märchen“ für Cello und Klavier von Leoš Janáček auf dem Programm, die als Ausdruck der Liebe zu Russland entstanden, sowie die virtuosen „Bogentänze“ von Katia Tchemberdji, die in diesem Jahr für Boris Pergamenschikow entstanden sind.  Zur doppelten Cellobesetzung ergänzt Natalia Gutman in den Streichquintetten von Luigi Boccherini, außerdem spielt der Geiger Pavel Vernikov.

 

Als Höhepunkt des Oleg Kagan Musikfestes erfährt am Mittwoch, den 7. Juli 2004, Mozarts Vermächtniswerk, sein Requiem d-moll KV 626, eine Aufführung mit dem eigens für diesen Zweck zusammen gestellten Oleg Kagan Kammerorchester unter der Leitung von Andres Mustonen. Der Interpretationsansatz Mustonens mit Gesangssolisten, die auch die Chorpartien in einfacher Vokalbesetzung gestalten, entwickelt dabei einen schlanken Gesamtklang wie er derzeit aus Teilen der Bach-Rezeption bekannt ist. Mozarts Totenmesse wird durch diesen Kunstgriff in einer neuen Intensität erfahrbar. Für die Hörer ein spannendes Experiment, denn Mozarts Requiem weist nicht nur auf die musikalische Farbenwelt der Romantik, sondern greift ebenso unüberhörbar auf Bachs Kirchenmusik zurück.

 

Am Donnerstag, den 8. Juli 2004 heißt es dann: Podium frei für junge Künstler! Meisterschüler von Natalia Gutman, Elisso Wirssaladze und Eduard Brunner bieten ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Chopin, Mozart und anderen.

 

Heiter bis bissig geht es dann am Freitag, den 9. Juli zu, wenn Thomas Holtzmann, einer der bedeutendsten Protagonisten des deutschen Theaters, Texte von Wolfgang Amadeus Mozart und Thomas Bernhard über die Musikstadt Salzburg rezitiert. Mozart, gebürtiger Salzburger, äußert in seinen Briefen Ansichten und Einsichten über „seine“ ungeliebte Stadt an der Salzach. Der Dichter Thomas Bernhard, der seine Heimatstadt als Jugendlicher zwar noch als „Königin der Städte“ besingt, beschimpft sie bald leidenschaftlich. Das renommierte Henschel Quartett, die Holzbläser Bernhard Heinrichs (Oboe), Eduard Brunner und Marcel Lallemang (Klarinette) sowie Bruno Schneider und Jukako Usui (Horn) gestalten das kammermusikalische Mozart-Programm: mit Mozarts Divertimento Es-dur KV 113, dem „Nannerl-Septett“ und dem Streichquartett KV 159 aus Mozarts „Italienischen Quartetten“.

 

Das Konzert am Samstag, den 10. Juli 2004, ist Kammermusik des Romantikers Robert Schumann gewidmet. Auf historischen Instrumenten interpretieren Alexei Lubimov am Hammerklavier, der Cellist Alexander Rudin und der Geiger Alexander Trostianski Schumanns Violinsonate op. 121, die Fantasiestücke für Violoncello und Klavier und das Klaviertrio op. 110 und laden zur Entdeckung eines neuen, alten Klangs ein. Der Sonntagabend, am 11. Juli 2004, steht ganz im Zeichen klassischer Harmoniemusik für Holzbläser, wenn das Ensemble um Eduard Brunner zum Open Air-Konzert auf Schloss Ringberg bittet.

 

Junge und jung Gebliebene werden mit dem „Kabinettstück musikalischen Humors“, dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns ebenso auf ihre Kosten kommen wie mit der musikalischen Suite „L’histoire du Petit Tailleur“ nach dem Märchen vom Tapferen Schneiderlein des ungarischen Komponisten Tibor Harsányi. Beides zu hören am Dienstag, den 13. Juli 2004. Mit seiner einfallsreichen Instrumentierung für Bläser, Streicher und Schlagzeug illustriert Harsányi das märchenhafte Geschehen um den Fliegentöter, der einige weitere Proben seines Mutes ablegt, bis er die Königstochter gewinnen kann. Es musiziert ein Ensemble um den Schlagzeuger Raymund Curfs.

 

Am Mittwoch, den 14. Juli 2004, erklingen Klavierquartette von Johannes Brahms und anderen. An der Violine Viktor Tretjakov, die Bratsche spielt Yuri Bashmet, Natalia Gutman ist die Cellistin und Vassiliy Lobanov der Pianist dieses Konzertabends. Das Kammermusikprogramm beschließen am 15. Juli die Moskauer Solisten unter der Leitung von Yuri Bashmet mit Werken von Antonio Vivaldi und Franz Schubert sowie moderner russischer Musik von Alfred Schnittke und Edison Denissow.

 

Zum 15. Bestehen des Oleg Kagan Musikfestes ist das Rahmenprogramm Musikern gewidmet, die das Festival mit ihrer Persönlichkeit besonders geprägt haben: An drei Nachmittagen sind jeweils um 15.00 Uhr im Blauen Salon der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth Filme über den Ausnahme-Geiger und Begründer des Kammermusikfestes Oleg Kagan (10. Juli 2004), über seine Frau, die Cellistin Natalia Gutman (3. Juli 2004), sowie über den legendären Pianisten Svjatoslav Richter (4. Juli 2004) zu sehen.

 

Soweit nicht anders angeben finden alle Konzerte im Festsaal von Wildbad Kreuth statt und beginnen um 19.30 Uhr. Ein Programmfaltblatt mit allen Konzertterminen und wichtigen Informationen ist in der Kurverwaltung Kreuth oder postalisch erhältlich. Besuchen Sie auch unsere Website www.oleg-kagan-musikfest.de.

 

 

Karten und Informationen:

Musikfest Kreuth e.V.

Geschäftsstelle Kurverwaltung Kreuth

Fon +49 (0) 8029/1820

Fax +49 (0) 8029/1828

musikfest@kreuth.de

www.oleg-kagan-musikfest.de