Klassik und Moderne – Kontraste als Motto

für 13. Internationales Oleg Kagan Musikfest

 

Kontrastreicher könnte das Programm für das 13. Internationale Oleg Kagan Musikfest Kreuth – Tegernseer Tal vom 3. bis 14. Juli 2002 kaum sein. Da präsentieren mit dem Borodin Quartett und dem Kronos Quartet zwei der international renommiertesten Streichquartette den Kontrast zwischen der Alten und der Neuen Welt. Jazz mit dem Mathias Haus Projekt schlägt wiederum Brücken zwischen den Welten.

 

Der Festsaal des ehemaligen Herzoglichen Gästehauses von Kreuth bildet eingebettet in die Berge die reizvolle Kulisse für eine Serie erlesener Konzerte - vom Liedgesang über das Streichquartett bis zum Orchester. Familiär wie von Anfang an - auch das ein Grundgedanke des Festivals - ist die Atmosphäre, in der sich hochkarätige Solisten, Spitzenensembles und begabte Nachwuchstalente zum gemeinsamen Musizieren treffen. Bei der Programmgestaltung wirkte Eduard Brunner maßgeblich mit, die Festival-Leitung liegt in den bewährten Händen von Renita Engel-Aschoff.

 

Die künstlerische Leiterin des Festivals, Natalia Gutman, ist sich treu geblieben, was die Grundkonzeption des alljährlichen Musizierens hochrangiger Künstler in der Idylle von Wildbad Kreuth betrifft. Schon im Programmheft zum ersten Musikfest im Sommer 1990 schrieb sie zusammen mit ihrem früh verstorbenen Mann Oleg Kagan, die künftigen Festivals sollten jeweils unter einem musikalischen Motto stehen und die Zuhörer an die moderne Musik heranführen. Außerdem war es der Wunsch des Künstlerpaares, die Bühne des Musikfestes auch jungen Talenten zu eröffnen. Ein Blick in das Programm des 13. Internationalen Oleg Kagan Musikfestes zeigt, dass diese Ziele konsequent umgesetzt wurden.

 

Gegensätze und Unterschiede hörbar zu machen und dabei spannende Verbindungen zu entdecken, ist der Grundgedanke der diesjährigen Konzertreihe. Die großen Meister der Klassik und Romantik, wie etwa Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert oder Johannes Brahms, erscheinen im neuen Licht durch das Zusammenspiel mit der Moderne, mit Alfred Schnittke oder Carl Nielsen. Klangfarben-Kontraste entstehen aus ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen von Klarinette oder Horn mit Klavier und Geige.

 

Schon vor der offiziellen Eröffnung des Musikfestes gibt es am Sonntag, 30. Juni, 18 Uhr, auf Schloss Ringberg ein Open air mit Musik zwischen Bach und Tango. Es spielt Harmonic Brass. Beim Eröffnungskonzert am Mittwoch, 3. Juli, 19.30 Uhr, im Festsaal der Hanns-Seidel-Stiftung spielt das Borodin Quartett, mit Elisso Wirssaladze (Klavier) und Grigori Kowalevski (Kontrabass) Werke von Schostakowitsch, Glinka und Schubert. Klangfarben-Kontraste stehen im Mittelpunkt des darauf folgenden Abends, wenn Bela Bartoks Kontraste für Klarinette, Violine und Klavier, das Horntrio in Es-Dur von Brahms und Mozarts Quintett in Es-Dur (KV 452) für Klavier und Holzbläser gegenübergestellt werden. „Brahms plus ...“ ist das Konzert am Samstag, 6. Juli, überschrieben. Zu hören sind die „Regenlied-Sonate“ für Violine und Klavier, eine Cello-Sonate von Schostakowitsch und das Klaviertrio in C-Dur von Brahms. Es musizieren Vadim Repin (Violine), Natalia Gutman (Violoncello) und Alexander Melnikov (Klavier).

 

Tags darauf erklingen „Schwarze Serenaden“ in den unterschiedlichsten kammermusikalischen Besetzungen aus der Feder von Martinu, Nielsen, Schnittke und Mozart. Kontraste zwischen Volkslied und Kunstmusik werden am Dienstag, 9. Juli, hörbar, wenn der Bariton Christian Gerhaher Lieder von Robert Schumann und Bearbeitungen schottischer Volkslieder von Joseph Haydn singt. Am Mittwoch, 10. Juli, steht ein Abend mit der Biermösl Blosn auf dem Programm des Internationalen Oleg Kagan Musikfestes.

 

Werke von Mozart, Glasunow, Bach und die deutsche Erstaufführung der 1940 komponierten Kammersinfonie von Georgy Sviridov spielen die Moskauer Solisten unter Leitung von Yuri Bashmet tags darauf. Ganz der Moderne ist ein Konzert am Freitag, 12. Juli, mit dem Kronos Quartet gewidmet. Beim Klavierquintett von Schnittke übernimmt die Witwe des Komponisten, Irina Schnittke, den Klavierpart. Am Samstag, 13. Juli, heißt es „Cello plus ...“ mit Werken von Luigi Boccherini, Zoltan Kodaly, Viktor Suslin und Anton Arensky. Neben Natalia Gutman sitzen ihre Violoncello-Partner Myung-Jin Lee und Nikolai Samsonov sowie andere Künstler mit auf dem Podium.

 

Jazz in der Klassik steht im Mittelpunkt einer Matinee am Sonntag, 14. Juli, 11 Uhr. Unter anderem sind Werke von Maurice Ravel, George Gershwin und Astor Piazzola für Sopran, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagzeug zu hören. Das 13. Internationale Oleg Kagan Musikfest endet am 14. Juli mit einem Modern-Jazz-Abend des Mathias Haus Projektes.

 

Zu den Programmen mehrerer Abende gibt es jeweils um 18.30 Uhr eine Stunde vor dem üblichen Konzertbeginn Einführungsvorträge. Zum Festival gehört auch eine begleitende Ausstellung mit Arbeiten junger Maler der Freien Kunstwerkstatt München im Olaf Gulbransson Museum von Tegernsee. Schüler des Gymnasiums Tegernsee erarbeiten zudem eine Ausstellung zur Beziehung zwischen Volksmusik und Kunstmusik.

 

Karten und Informationen:

 

Musikfest Kreuth e.V.

Geschäftsstelle Kurverwaltung Kreuth

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Mo – Do 8:00–12:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr     Fr 8:00–12:00 Uhr

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e-Mail: musikfest@kreuth.de

Internet: www.oleg-kagan-musikfest.de